Claude Code auf dem Vormarsch: Mehr Code, aber kaum Sterne – Eine neue Norm für KI-Entwicklung?
90 % der Claude Code Repositories haben weniger als zwei Sterne. Ist das ein Problem oder die neue Normalität für KI-generierten Code?
Der unabhängige Dashboard claudescode.dev verfolgt seit einem Jahr alle öffentlichen Commits mit dem Tag „Claude Code“ auf GitHub und hat beeindruckende Zahlen vorgelegt: Über 20 Millionen Commits in 1,08 Millionen Repositories. Doch eine detaillierte Analyse der Sternvergabe offenbart ein interessantes Phänomen: Ganze 90 % dieser Repositories verzeichnen weniger als zwei Sterne. Projekte mit zumindest minimaler Popularität machen lediglich 15 % aller Commits aus.
Der Autor des Projekts, der den Dashboard am 25. März auf Hacker News unter „Show HN: Claude's Code – tracking the 19M+ commits generated by Claude on GitHub“ vorstellte, wirft damit eine wichtige Frage auf: Ist dies ein Problem oder eine neue Norm im Zeitalter des KI-generierten Codes?
Massives Wachstum, geringe Sichtbarkeit
In den letzten zwölf Monaten hat Claude Code über 50 Milliarden hinzugefügte Codezeilen generiert, wovon wiederum etwa 90 % auf Repositories ohne Sterne entfallen. Die Top-3-Programmiersprachen sind TypeScript (34,8 %), Python (18,9 %) und JavaScript (10,2 %). Ein Aktivitätsgraph zeigt ein exponentielles Wachstum seit Oktober 2025 mit einem starken Anstieg ab Februar 2026.
Auffällig ist, dass sich unter den Top-Repositories nach Commit-Anzahl keine bekannten Projekte finden; stattdessen führen Namen wie automation-hub, XTeeem-OLD und aragora. Laut Daten von SemiAnalysis vom Februar 2026 ist Claude Code für etwa 4 % aller öffentlichen Commits auf GitHub verantwortlich.
Kritik und Hypothesen
Kritiker auf Hacker News geben zu bedenken, dass der Prozentsatz aller GitHub-Repositories mit weniger als zwei Sternen wahrscheinlich vergleichbar hoch ist. Demnach würde Claude Code lediglich die Gesamtstruktur von GitHub widerspiegeln. Eine andere Hypothese besagt, dass die Daten zeigen, dass KI-Coding massiv als „persönlicher Entwickler“ genutzt wird – für Pet-Projekte, Experimente und zum Lernen, anstatt für Beiträge zu populären Open-Source-Projekten.
Anthropic selbst und die Zukunft des KI-Codings
Innerhalb von Anthropic, dem Unternehmen hinter Claude, sieht die Situation anders aus. Mike Krieger, CPO des Unternehmens, gab an, dass 90–95 % des Codes von Claude Code selbst bereits von Claude Code geschrieben wurde. Analytiker von Redwood Research schätzten den tatsächlichen Anteil von KI-Code in den gemergten Commits von Anthropic jedoch bescheidener ein: auf etwa 50 %. Der GitHub-Repository von Claude Code hat 81,6 Tausend Sterne gesammelt und bleibt eines der aktivsten Open-Source-Projekte des Unternehmens.
Der Dashboard gibt keine Antwort darauf, ob diese Entwicklung gut oder schlecht ist, aber er dokumentiert das Ausmaß: Allein in der letzten Woche sind 115 Tausend neue Repositories mit einem ersten Claude Code-Commit auf GitHub erschienen. KI-Coding ist somit kein Experiment mehr, sondern eine massenhafte Praxis. Die entscheidende Frage bleibt, ob es hauptsächlich ein persönliches Werkzeug bleiben wird oder beginnt, auch die Produktion zu verändern. Weitere Einblicke zum Dashboard finden Sie unter claudescode.dev.