Open Notebook: Die selbstgehostete NotebookLM-Alternative für volle Datenkontrolle
Open Notebook ist eine Open-Source-Alternative zu Google NotebookLM: selbstgehostet per Docker, 18+ KI-Provider, Podcast-Generator — deine Daten bleiben bei dir.
Open Notebook ist eine selbstgehostete Open-Source-Alternative zu Google NotebookLM mit über 35.600 GitHub-Stars. Das MIT-lizenzierte Tool bindet mehr als 18 KI-Provider an und generiert Podcasts mit bis zu 4 Sprechern. Der entscheidende Unterschied zum Google-Original: Deine Recherche-Daten bleiben auf deinem Server — auf Wunsch läuft alles zu 100 % lokal.
Was kann Open Notebook?
Open Notebooks Konzept entspricht NotebookLM: Du fütterst Notebooks mit Quellen — PDFs, Webseiten, YouTube-Videos, Audio, Office-Dateien — und arbeitest dann per Chat, Suche und Transformationen damit. Unter der Haube kombiniert Open Notebook Volltext- mit Vektor-Suche (RAG) über SurrealDB und lässt dich pro Aufgabe frei wählen, welches Modell antwortet: OpenAI, Anthropic, Google, Groq, Mistral oder lokale Backends wie Ollama und LM Studio. Transformationen verdichten Quellen dabei automatisch zu Zusammenfassungen, Kernthesen oder Gliederungen — mit vordefinierten oder komplett eigenen Prompts. Der direkte Vergleich mit dem Google-Original:
| Merkmal | Open Notebook | Google NotebookLM |
|---|---|---|
| Hosting | Self-hosted (Docker, Cloud, lokal) | Nur Google-Cloud |
| KI-Modelle | 18+ Provider, frei wählbar | Nur Google-Modelle |
| Podcast-Sprecher | 1–4, eigene Profile | 2, festes Format |
| API | Vollständige REST-API | Keine |
| Quellen-Zitationen | Basis (in Arbeit) | Ausgereift |
| Kosten | 0 € Software + KI-Nutzung | Free-Tier + Abo |
| Datenkontrolle | Vollständig bei dir | Bei Google |
Seit Oktober 2024 haben rund 70 Contributors das Projekt zu einem ernstzunehmenden Werkzeug entwickelt — Version 1.12 vom 12. Juli 2026 brachte unter anderem Live-Erkennung neuer Claude-Modelle über die Anthropic-API und strengere Qualitäts-Gates in der CI.
Datenschutz: der eigentliche Kaufgrund
NotebookLM scheitert in vielen deutschen Unternehmen an einer simplen Frage: „Dürfen interne Dokumente in die Google-Cloud?" Open Notebook dreht die Ausgangslage um. Die Wissensbasis — Quellen, Notizen, Chat-Verläufe, Embeddings — liegt in einer SurrealDB-Instanz auf deiner Infrastruktur, API-Keys werden verschlüsselt gespeichert (eigener OPEN_NOTEBOOK_ENCRYPTION_KEY). Für die DSGVO-Bewertung heißt das konkret: Mit lokalen Modellen über Ollama findet keine Drittland-Übermittlung statt, es gibt keinen externen Auftragsverarbeiter, und Löschpflichten setzt du per Dateisystem um. Bindest du dagegen Cloud-APIs an, wandern die Prompts zum jeweiligen Provider — dann brauchst du wie üblich dessen AV-Vertrag. Diese Wahlfreiheit pro Anwendungsfall hat NotebookLM schlicht nicht. Ein realistisches Muster: sensible Dokumente mit einem lokalen Open-Source-Modell verarbeiten, unkritische Recherche mit einem günstigen Cloud-Modell. Wo der Server steht, ist dabei eine reine Infrastruktur-Entscheidung — vom Mini-PC im Büro bis zum VPS bei einem deutschen Hoster.
Installation in 5 Minuten
Voraussetzung ist nur Docker. Danach:
docker-compose.ymlaus dem Repository laden:curl -O https://raw.githubusercontent.com/lfnovo/open-notebook/main/docker-compose.yml- In der Datei
OPEN_NOTEBOOK_ENCRYPTION_KEYauf einen eigenen geheimen Wert setzen (verschlüsselt die API-Keys in der Datenbank) docker compose up -dstarten und ~20 Sekunden wartenhttp://localhost:8502öffnen, unter Models einen Provider samt API-Key eintragen, testen, Modelle synchronisieren- Erstes Notebook anlegen und Quellen hochladen
Die REST-API lauscht parallel auf Port 5055 — damit lassen sich Quellen-Import und Transformationen skripten, etwa aus einer eigenen Content-Pipeline heraus. Wer komplett offline arbeiten will, nimmt das mitgelieferte Ollama-Compose-Beispiel; welche Hardware lokale Inferenz braucht, zeigt unser Guide Lokale LLM-Inferenz optimieren. Wichtig vor dem Netz-Zugriff von außen: Die Default-Zugangsdaten der Datenbank (root:root) per .env ändern. Updates spielst du später mit docker compose pull und einem Neustart der Container ein.
Stärken, Schwächen, Einordnung
Stärken: volle Datenhoheit, freie Modell-Wahl mit Kostenkontrolle, Podcast-Generator flexibler als das Original (bis 4 Sprecher, eigene Skript-Kontrolle), REST-API für Automatisierung, aktive Entwicklung mit 40 Releases, deutschsprachige Dokumentation vorhanden.
Schwächen: Quellen-Zitationen schwächer als bei NotebookLM — für wissenschaftliches Arbeiten aktuell der größte Rückstand. Self-Hosting bedeutet Eigenverantwortung für Updates, Backups und Absicherung. Und ohne API-Key oder lokales Modell tut das Tool nichts — die 2-Minuten-Installation wird real eher zur 15-Minuten-Einrichtung. Positiv fürs Vertrauen: Version 1.11 war eine dedizierte Security-Hardening-Runde mit 16 Fixes, seit 1.12 laufen Linting und Typprüfung als Pflicht-Gates in der CI.
Für Teams, die NotebookLM mögen, aber ihre Dokumente nicht zu Google geben dürfen, ist Open Notebook Stand Juli 2026 die reifste Option. Wer maximale Zitations-Qualität ohne Datenschutz-Anforderungen sucht, bleibt vorerst beim Original. PDF-lastige Wissensbasen bereitet ein Parser wie OpenDataLoader sauber für die Verarbeitung vor.
Häufige Fragen
Ist Open Notebook wirklich DSGVO-konform?
Open Notebook läuft auf deiner eigenen Infrastruktur — Notizen, Quellen und Chats verlassen den Server nicht. In Kombination mit lokalen Modellen über Ollama findet keinerlei Drittland-Übermittlung statt. Bindest du Cloud-APIs wie OpenAI oder Anthropic an, gehen Anfragen an deren Server — dann gelten deren Auftragsverarbeitungsverträge. Die DSGVO-Bewertung hängt also von deiner Modell-Wahl ab, die Datenhoheit über die Wissensbasis hast du immer.
Was kostet Open Notebook?
Die Software selbst ist kostenlos und MIT-lizenziert. Kosten entstehen nur für die KI-Nutzung: entweder API-Gebühren des gewählten Providers oder gar nichts, wenn du Modelle lokal über Ollama oder LM Studio betreibst. Dazu kommt die eigene Hardware beziehungsweise ein Server für das Self-Hosting.
Was ist der Unterschied zwischen Open Notebook und NotebookLM?
NotebookLM läuft ausschließlich in der Google-Cloud mit Google-Modellen und bietet keine API. Open Notebook hostest du selbst, wählst aus über 18 KI-Providern, generierst Podcasts mit bis zu 4 Sprechern statt 2 und automatisierst alles über eine REST-API. Dafür sind NotebookLMs Quellen-Zitationen aktuell noch ausgereifter.
Läuft Open Notebook komplett offline?
Ja. Mit einem lokalen Modell-Backend wie Ollama arbeitet der komplette Stack — Weboberfläche, SurrealDB-Datenbank und Inferenz — ohne Internetverbindung. Das Projekt liefert dafür ein fertiges docker-compose-Beispiel mit Ollama-Anbindung mit.
Quellen
- lfnovo/open-notebook (GitHub-Repository) — GitHub / Luis Novo (abgerufen 2026-07-18)
- Open Notebook — offizielle Website und Dokumentation — Open Notebook (abgerufen 2026-07-18)
- Release v1.12.0 — Maintainability & Correctness — GitHub / Open Notebook (abgerufen 2026-07-18)
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