Tailwind hat 75 % seines Teams entlassen. KI hat ihr Geschäftsmodell zerstört.
Tailwind Labs hat 3 von 4 Ingenieuren entlassen, nachdem der Umsatz um 80 % eingebrochen war. Grund dafür ist, dass KI den Traffic von der Dokumentation ab
Tailwind Labs hatte vier Ingenieure. Jetzt ist nur noch einer übrig.
Der Umsatz ist um 80 % eingebrochen.
Grund: Entwickler schauen nicht mehr in die Dokumentation.
Was geschah
Tailwind Labs hat sein Ingenieurteam von vier auf einen Mitarbeiter reduziert. Adam Wathan, der Gründer, nannte als Grund den „brutalen Einfluss von KI“ auf das Geschäft.
Das Geschäftsmodell war einfach: Kostenloses CSS-Framework → Dokumentation → Links zu kostenpflichtigen Produkten (Tailwind UI, Bücher, Vorlagen). Entwickler kamen, lasen die Dokumentation, sahen die schönen Komponenten und kauften sie.
Tailwind CSS (kostenlos)
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Dokumentation
↓
Tailwind UI (299$-799$)
Ich selbst habe tailwindcss.com seit sechs Monaten nicht mehr geöffnet. Warum auch, wenn Claude alle Klassen kennt? Es schreibt fertige Komponenten. Man muss nicht mehr die Dokumentation durchblättern und auf Werbung für UI-Pakete stoßen.
Ausmaß des Rückgangs
-80% Umsatzrückgang
3 von 4 Ingenieure entlassen
Innerhalb von ein bis anderthalb Jahren verlor ein Geschäft, das stabil erschien, seinen wichtigsten Vertriebskanal. Der Wendepunkt war Ende 2024.
Wer ist noch gefährdet?
Jedes Unternehmen, das auf Traffic in der Dokumentation aufbaut:
- WordPress-Plugins, die über Demos verkauft werden
- UI-Bibliotheken mit Premium-Komponenten
- Programmierbücher (warum lesen, wenn die KI es erklärt?)
- Kurse mit SEO-Traffic
Früher: Problem → Google → Dokumentation → Kauf. Jetzt: Problem → KI → Lösung. Das Zwischenglied ist verschwunden.
Was nun?
Tailwind CSS als Projekt wird nicht verschwinden – es ist Open Source und wird von Millionen verwendet. Aber der kommerzielle Teil muss überdacht werden.
Meiner Meinung nach gibt es drei Möglichkeiten:
Integration in KI-Tools – Direktvertrieb über Cursor, Claude, Windsurf. Wenn Entwickler dort arbeiten, muss das Geschäft auch dort sein.
Abonnements statt einmaliger Käufe – Das SaaS-Modell funktioniert ohne Dokumentation.
Enterprise-Produkte – Dort kaufen Teams, nicht Einzelpersonen über Google.
Adam Wathan schrieb, sie „arbeiten an einer Anpassung“. Aber 75 % des Teams sind bereits weg.