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Tool-Guide: AntiGravity

AntiGravity — die native macOS-App für KI-gestütztes Coding mit GUI.

Tool-Guide: AntiGravity

AntiGravity ist die native macOS-App für AI-gestütztes Coding. Kein Electron. Kein Browser-Wrapper. Eine echte Mac-App, die sich anfühlt wie eine Mac-App. Für alle, die das Apple-Ökosystem lieben und eine GUI-basierte Alternative zu Terminal-Tools suchen.

Schau auch in unsere Tools-Übersicht für den Vergleich aller Vibe-Coding-Tools.


Was ist AntiGravity?

AntiGravity ist ein nativer macOS-AI-Agent für Software-Entwicklung. Es ist keine Erweiterung für einen bestehenden Editor und kein Terminal-Tool. Es ist eine eigenständige Applikation, die speziell für macOS entwickelt wurde.

Die Kernidee: Du beschreibst, was du willst — AntiGravity baut es. Wie bei allen Vibe-Coding-Tools. Aber mit einer Oberfläche, die sich nativ auf dem Mac anfühlt: Smooth Animations, System-Integration, Spotlight-artige Suche, native Notifications.

Die wichtigsten Features

  • Nativer macOS-Agent — Swift/AppKit, nicht Electron
  • GUI-basiert — Visuelle Oberfläche für Code-Generierung
  • Projekt-Verständnis — Analysiert dein gesamtes Projekt
  • Multi-File-Editing — Ändert mehrere Dateien gleichzeitig
  • Preview — Zeigt Ergebnisse direkt in der App
  • System-Integration — Finder, Spotlight, Drag-and-Drop

Für wen ist AntiGravity?

AntiGravity hat eine sehr spezifische Zielgruppe:

Ideal für

  • macOS-Nutzer — die eine native App wollen, keinen Electron-Blob
  • GUI-Liebhaber — die das Terminal vermeiden wollen
  • Designer/Kreative — die visuelles Feedback beim Coding brauchen
  • Einsteiger — die eine einladende Oberfläche bevorzugen
  • Mac-Ökosystem-Fans — die Wert auf System-Integration legen

Weniger ideal für

  • Windows/Linux-Nutzer — AntiGravity läuft nur auf macOS
  • Terminal-Power-User — Claude Code oder Codex CLI sind dort stärker
  • Budget-Bewusste — proprietär und kostenpflichtig
  • Open-Source-Überzeugung — geschlossener Quellcode
  • Cross-Platform-Workflows — funktioniert nur auf einem Betriebssystem

Features im Detail

Projekt-Agent

AntiGravity scannt dein gesamtes Projekt und versteht die Struktur. Du kannst Anfragen stellen wie:

Füge eine Authentifizierung zu meinem Express-Server hinzu

Und AntiGravity wird:

  1. Die relevanten Dateien identifizieren
  2. Die nötigen Änderungen planen
  3. Code in mehreren Dateien gleichzeitig ändern
  4. Dir die Änderungen als Diff zeigen
  5. Auf deine Bestätigung warten

Visuelles Editing

Statt Text-Diffs im Terminal zeigt AntiGravity Änderungen in einer visuellen Oberfläche:

  • Farbcodierte Diffs (grün = hinzugefügt, rot = entfernt)
  • Side-by-Side-Vergleich (vorher/nachher)
  • Inline-Kommentare der AI ("Hier habe ich X geändert, weil...")
  • Ein-Klick-Akzeptieren oder Ablehnen pro Änderung

Native macOS-Integration

AntiGravity nutzt macOS-Features, die Electron-Apps nicht bieten:

  • Finder-Integration — Rechtsklick auf einen Ordner → "In AntiGravity öffnen"
  • Spotlight — Projekte direkt aus Spotlight starten
  • Drag-and-Drop — Dateien auf die App ziehen zum Analysieren
  • Notifications — Native macOS-Benachrichtigungen bei langen Tasks
  • Handoff — Zwischen Mac und iPad wechseln (wenn unterstützt)
  • Performance — Native Swift-App ist schneller als Electron

Integriertes Terminal

Trotz GUI-Fokus hat AntiGravity ein eingebautes Terminal:

  • Für Befehle, die die App nicht direkt unterstützt
  • Git-Operationen
  • Package-Management (npm, pip)
  • Build-Prozesse

Du musst also nicht zwischen App und Terminal wechseln.


Vergleich mit anderen Tools

AspektAntiGravityClaude CodeCursorCodex CLI
PlattformmacOS nurAlleAlleAlle
InterfaceNative GUITerminalVS Code GUITerminal
Open SourceNeinNeinNeinJa
PreisKostenpflichtig$20/Mo$20/MoAPI-Kosten
MCP-SupportBegrenztVollJaBegrenzt
SkillsBegrenztStarkJaNein
OfflineNeinNeinNeinNein
PerformanceSehr gut (nativ)GutGut (Electron)Gut

Wo AntiGravity gewinnt

  • macOS-Erlebnis — fühlt sich an wie eine Apple-App, nicht wie ein Fremdkörper
  • Visuelles Feedback — beste visuelle Darstellung von Code-Änderungen
  • Ressourcen-Effizienz — nativer Code braucht weniger RAM als Electron
  • Einsteiger-Freundlichkeit — einladende, intuitive Oberfläche

Wo AntiGravity verliert

  • Plattform-Lock-in — nur macOS, keine Windows/Linux-Version
  • Ökosystem — kleinere Community als Cursor oder Claude Code
  • Skills/MCP — weniger ausgereift als die Konkurrenz
  • Terminal-Power — für komplexe Automatisierung sind CLI-Tools stärker

Wann AntiGravity verwenden?

Die ehrliche Einschätzung

AntiGravity ist ein Nischenprodukt — und das ist nicht negativ gemeint. Es löst ein spezifisches Problem für eine spezifische Zielgruppe: macOS-Nutzer, die eine native, visuelle Erfahrung beim Vibe Coding wollen.

Wenn das auf dich zutrifft, ist AntiGravity eine hervorragende Wahl. Wenn nicht, bist du mit Claude Code (Terminal), Cursor (Cross-Platform-GUI) oder Codex CLI (Open Source) besser bedient.

Empfohlene Workflows

Workflow 1: AntiGravity als Haupt-Tool

  • Für macOS-Nutzer, die alles in einer App wollen
  • Projektstruktur anlegen, Code schreiben, debuggen — alles in AntiGravity

Workflow 2: AntiGravity + Terminal-Tool

  • AntiGravity für visuelles Arbeiten und Code-Reviews
  • Claude Code oder Codex CLI für Automatisierung und Scripting
  • Kombination aus GUI und Terminal-Power

Workflow 3: AntiGravity für Prototyping

  • Schnelles Prototyping in der visuellen Oberfläche
  • Dann Wechsel zu einem anderen Tool für Production-Code

Limitierungen

Transparenz ist wichtig. Hier sind die Grenzen:

1. Nur macOS

Das ist die offensichtlichste Limitierung. Wenn du auf Windows oder Linux arbeitest — oder zwischen Plattformen wechselst — ist AntiGravity keine Option.

2. Kein vollständiges Skills-System

AntiGravity hat kein mit Claude Code vergleichbares Skills-System. Du kannst keine .md-Dateien als wiederverwendbare Befehle ablegen und per /-Befehl aufrufen. Workaround: Prompts als Vorlagen speichern und manuell einfügen.

3. MCP-Einschränkungen

Die MCP-Integration ist vorhanden, aber nicht so tief wie bei Claude Code. Exa und andere MCP-Server funktionieren, aber die Konfiguration kann umständlicher sein.

4. Kleinere Community

Weniger Tutorials, weniger Stack-Overflow-Antworten, weniger Community-Skills als bei den größeren Tools. Du bist mehr auf die offizielle Dokumentation angewiesen.

5. Abhängigkeit von Apple-Hardware

Native macOS-App bedeutet: Du brauchst einen Mac. Und nicht irgendeinen — idealerweise mit Apple Silicon (M1+) für die beste Performance. Ältere Intel-Macs funktionieren, aber langsamer.


Einrichtung

Installation

  1. Lade AntiGravity aus dem Mac App Store oder von der offiziellen Website
  2. Öffne die App
  3. Melde dich an oder erstelle einen Account
  4. Verbinde deinen AI-Anbieter (API-Key eingeben)

Erstes Projekt

  1. Drag-and-Drop — Ziehe deinen Projektordner auf das App-Icon
  2. Oder Öffnen über das Menü (Cmd+O)
  3. AntiGravity scannt das Projekt automatisch
  4. Schreibe deinen ersten Prompt in das Eingabefeld

Konfiguration

  • Modell wählen — In den Settings kannst du zwischen verschiedenen AI-Modellen wechseln
  • Theme — Hell/Dunkel, folgt dem macOS-System-Theme
  • Shortcuts anpassen — Tastenkombinationen nach Bedarf ändern

Tipps für effektives Arbeiten

1. Nutze die Preview

AntiGravity kann Web-Projekte direkt in der App rendern. Nutze das: Schreibe den Prompt, prüfe den Code und das visuelle Ergebnis gleichzeitig.

2. Arbeite mit Diffs

Akzeptiere nicht blind alle Änderungen. AntiGravity zeigt dir jeden Diff — nutze das, um die Qualität zu prüfen. Lehne ab, was nicht passt, und lass die AI nachbessern.

3. Kombiniere mit Terminal

Für Deployment, Git-Operationen und Automatisierung ist das integrierte Terminal dein Freund. Du musst die App nicht verlassen.

4. Projekt-Kontext nutzen

AntiGravity versteht dein Projekt. Statt generische Prompts zu schreiben, referenziere spezifische Dateien und Funktionen:

Ändere die Funktion processQueue in src/queue.py so,
dass sie bei Fehlern 3 Retries mit exponential Backoff macht

Fazit

AntiGravity ist das macOS-native Vibe-Coding-Tool. Nicht das universellste. Nicht das günstigste. Nicht das mächtigste. Aber das mit dem besten Mac-Erlebnis.

Wenn du einen Mac hast, eine GUI bevorzugst und Wert auf native Performance legst — probiere es aus. Wenn du plattformunabhängig, terminal-basiert oder budgetbewusst arbeiten willst — nimm eines der anderen Tools aus diesem Modul.


Weiterführend

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