VIBE CODING
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Skills in Aktion: Live-Demo

Sieh, wie ein Skill in der Praxis funktioniert — vom Aufruf bis zur automatischen Veröffentlichung.

Skills in Aktion: Live-Demo

Theorie ist gut, Praxis ist besser. In dieser Lektion siehst du exakt, wie Skills im Alltag funktionieren — vom ersten Prompt bis zum fertigen Ergebnis. Wir gehen jeden Schritt durch, debuggen typische Probleme und bauen zum Vergleich einen Slash-Command, damit der Unterschied greifbar wird.

Der Grundablauf: Claude wählt den Skill selbst

Das Wichtigste zuerst: Einen Skill rufst du nicht auf. Du beschreibst deine Aufgabe ganz normal — und Claude lädt den passenden Skill selbstständig.

Nehmen wir an, in deinem Projekt liegt dieser Skill:

---
name: brainstorming
description: Strukturiertes Brainstorming mit divergentem und
  konvergentem Denken. Verwenden, wenn der Nutzer Ideen sammeln,
  brainstormen oder Themen/Konzepte entwickeln will.
---

# Brainstorming

## Prozess
1. Generiere 20+ rohe Ideen ohne Filter (divergent)
2. Gruppiere ähnliche Ideen in Kategorien
3. Bewerte jede Idee nach Relevanz, Originalität, Umsetzbarkeit
4. Wähle die Top-Ideen aus und begründe die Auswahl
5. Präsentiere das Ergebnis strukturiert nach Kategorien

Gespeichert unter .claude/skills/brainstorming/SKILL.md. Jetzt öffnest du Claude Code und tippst einen ganz normalen Satz — kein Slash, kein Befehl:

> Ich brauche 10 Ideen für Telegram-Posts über Vibe Coding für Anfänger

Claude erkennt: Diese Aufgabe passt zur description des Brainstorming-Skills. Er meldet, dass er den Skill verwendet, lädt die SKILL.md und folgt den definierten Schritten:

  1. Divergentes Denken — Generiert 20+ rohe Ideen ohne Filter
  2. Clustering — Gruppiert ähnliche Ideen in Kategorien
  3. Bewertung — Bewertet jede Idee nach Relevanz, Originalität und Umsetzbarkeit
  4. Selektion — Wählt die Top 10 aus und begründet die Auswahl
  5. Aufbereitung — Präsentiert die Ergebnisse in einem strukturierten Format

Das Ergebnis sieht etwa so aus:

## Top 10 Telegram-Post-Ideen: Vibe Coding für Anfänger

### Kategorie: Einstieg
1. "Was ist Vibe Coding? — In 60 Sekunden erklärt" (Hook: Die meisten denken, Coding sei schwer...)
2. "Dein erster Vibe-Coding-Moment" (Hook: Ich habe gerade eine App gebaut. Ohne eine Zeile Code zu schreiben.)

### Kategorie: Praktische Tipps
3. "3 Prompts, die alles verändern" (Hook: Copy-paste diese 3 Sätze...)
4. "Der größte Anfängerfehler" (Hook: 90% machen das falsch...)

[...]

Was passiert hinter den Kulissen?

Lass uns den Ablauf technisch verstehen:

1. Discovery beim Session-Start

Claude Code sammelt alle Skills aus zwei Verzeichnissen:

  • ~/.claude/skills/<name>/SKILL.md (global)
  • .claude/skills/<name>/SKILL.md (projektspezifisch)

Dazu kommen Skills aus installierten Plugins wie Superpowers.

2. Lazy Loading

Der Clou: Claude sieht zunächst nur name und description aus dem Frontmatter jedes Skills — eine Art Inhaltsverzeichnis. Der volle Skill-Inhalt wird erst geladen, wenn eine Aufgabe zur description passt. So kannst du dutzende Skills installiert haben, ohne dass dein Kontext aufbläht.

3. Matching und Ausführung

Dein Prompt „Ich brauche 10 Ideen..." matcht auf „Ideen sammeln, brainstormen" in der description. Claude lädt die komplette SKILL.md und arbeitet die Schritte ab. Dazu kommt wie immer:

  • Dein aktueller Projektkontext (Dateien, Repository-Struktur)
  • Dein Input (das Thema, das du angegeben hast)
  • Die Konversationshistorie

4. Ausgabe

Das Ergebnis wird formatiert und dir präsentiert. Je nach Skill kann das sein: Text im Terminal, eine neue Datei, Änderungen an bestehenden Dateien — oder eine Kombination aus allem.

Zum Vergleich: Ein Slash-Command

Neben Skills gibt es in Claude Code weiterhin Slash-Commands — ein separates Konzept. Ein Command ist eine einzelne Markdown-Datei in .claude/commands/, die du explizit per /name startest.

Lege z.B. .claude/commands/wochenplan.md an:

Erstelle einen Content-Wochenplan für meinen Telegram-Kanal:
7 Post-Ideen (Mo-So), je mit Titel, Hook und Kernaussage,
als Markdown-Tabelle. Thema: $ARGUMENTS

Aufruf:

> /wochenplan Vibe Coding für Anfänger

Der Unterschied in einer Zeile:

Command = du rufst auf. Skill = Claude wendet selbst an, wenn es passt.

Wann was? Ein Command ist perfekt für Aktionen, die du bewusst auslösen willst („Jetzt den Wochenplan!"). Ein Skill ist perfekt für Wissen und Workflows, die Claude immer dann anwenden soll, wenn die Situation es erfordert — ohne dass du daran denken musst.

Debugging: Wenn Skills nicht funktionieren

Skills sind mächtig, aber nicht unfehlbar. Hier sind die häufigsten Probleme und ihre Lösungen:

Problem 1: Skill wird nie geladen

Symptom: Du stellst eine passende Aufgabe, aber Claude arbeitet ohne den Skill.

Ursachen:

  • Die description ist zu vage — Claude erkennt nicht, dass der Skill passt
  • Datei liegt im falschen Verzeichnis oder heißt nicht SKILL.md
  • YAML-Frontmatter fehlt oder ist kaputt

Lösung:

# Prüfe Pfad und Dateinamen — pro Skill ein Ordner:
ls ~/.claude/skills/brainstorming/SKILL.md
ls .claude/skills/brainstorming/SKILL.md

# Die Datei MUSS SKILL.md heißen, nicht brainstorming.md

Und schärfe die description: Statt „Hilft bei Ideen" schreibe „Verwenden, wenn der Nutzer brainstormen, Ideen sammeln oder Content-Themen entwickeln will." Nenne die Aufgaben und Stichworte, bei denen der Skill greifen soll.

Problem 2: Skill wird geladen, aber macht das Falsche

Symptom: Der Output entspricht nicht deinen Erwartungen.

Ursachen:

  • Anweisungen im Skill sind zu vage
  • Schritte sind widersprüchlich
  • Ausgabeformat ist nicht klar definiert

Lösung: Öffne die SKILL.md und prüfe:

# Schlecht:
## Prozess
Schreibe einen guten Text.

# Gut:
## Prozess
1. Analysiere das Thema und identifiziere die Kernaussage
2. Schreibe einen Hook (max. 15 Wörter), der Neugier weckt
3. Entwickle 3 Absätze mit jeweils einem konkreten Beispiel
4. Schließe mit einer Handlungsaufforderung

Die Regel: Je präziser die Anweisungen, desto besser das Ergebnis.

Problem 3: Der falsche Skill springt an

Symptom: Claude lädt einen anderen Skill als erwartet.

Ursache: Zwei Skills haben überlappende descriptions — z.B. beschreiben beide „Content erstellen".

Lösung: Grenze die descriptions klar voneinander ab. Jeder Skill braucht ein eindeutiges „Verwenden wenn..." — und im Zweifel ein „NICHT verwenden für...".

Problem 4: Output-Qualität schwankt

Symptom: Manchmal liefert der Skill großartige Ergebnisse, manchmal nicht.

Lösung: Füge Qualitätsanker hinzu:

## Regeln
- Jeder Punkt MUSS ein konkretes Beispiel enthalten
- KEINE generischen Aussagen (z.B. "ist wichtig", "hat viele Vorteile")
- Mindestens 3 Fakten oder Zahlen pro Absatz
- Output MUSS zwischen 200 und 400 Wörtern liegen

Tipps und Tricks für Profis

Trick 1: Skill-Chaining

Formuliere Aufgaben so, dass mehrere Skills nacheinander greifen:

> Brainstorme Content-Ideen für diese Woche, schreib zur besten
  Idee einen Post-Entwurf und bereinige ihn von KI-Floskeln.

Claude lädt für jede Teilaufgabe den passenden Skill. Das ist manuelle Pipeline-Arbeit — die automatisierte Version lernst du in der Lektion über die 5-Phasen-Pipeline.

Trick 2: Kontext-Priming

Gib zusätzlichen Kontext, bevor du die eigentliche Aufgabe stellst:

> Hier ist mein Stil-Guide: [Stil-Guide einfügen]
> Hier sind meine letzten 3 Posts: [Posts einfügen]
> Schreib jetzt einen neuen Post über Prompt Engineering

Je mehr Kontext der Agent hat, desto besser passt der Output zu deinem Stil.

Trick 3: Negativ-Beispiele

Füge deinem Skill Beispiele hinzu, was er nicht produzieren soll:

## Anti-Beispiele (so NICHT)
- "In der heutigen schnelllebigen Welt der KI..."
- "Künstliche Intelligenz revolutioniert..."
- "Es ist wichtig zu verstehen, dass..."

## Positiv-Beispiele (so JA)
- "Ich habe gestern 47 Posts in 3 Stunden erstellt."
- "Der Trick, den niemand kennt:"
- "Vergiss alles, was du über Content weißt."

Trick 4: Hilfsdateien im Skill-Ordner

Ein Skill ist ein Ordner — neben der SKILL.md kannst du weitere Dateien ablegen, auf die der Skill verweist: Templates, Checklisten, Beispiel-Outputs, sogar Scripts. Claude liest sie nur, wenn der Skill sie referenziert:

.claude/skills/
├── linkedin-post/
│   ├── SKILL.md
│   └── beispiele.md
├── telegram-post/
│   ├── SKILL.md
│   └── template.md
└── brainstorming/
    └── SKILL.md

So bleibt die SKILL.md schlank und die Details liegen daneben.

Trick 5: Skills + MCP

Verbinde einen Skill mit einem MCP-Server für externe Daten. Ein Recherche-Skill kann z.B. vorschreiben, dass Claude für Websuchen den Exa-MCP-Server nutzt. Mehr über Exa erfährst du in der Lektion über den Content-Plan mit Exa MCP.

Die wichtigste Erkenntnis

Skills sind nicht nur Shortcuts. Sie sind kodiertes Wissen. Jeder Skill, den du erstellst, ist eine Investition:

  • Beim ersten Mal sparst du nichts — du investierst Zeit in den Skill
  • Beim zweiten Mal sparst du 50% der Zeit
  • Beim zehnten Mal sparst du 90% der Zeit
  • Beim hundertsten Mal hat sich die Investition hundertfach zurückgezahlt

Und weil Skills model-invoked sind, profitierst du sogar dann, wenn du gar nicht mehr an sie denkst. Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der KI nutzt, und jemandem, der mit KI arbeitet.

Zusammenfassung

  • Skills werden nicht aufgerufen — Claude lädt sie selbst, wenn die Aufgabe zur description passt
  • Lazy Loading: Erst sieht Claude nur name + description, der volle Inhalt wird bei Bedarf geladen
  • Slash-Commands sind das separate, user-invoked Gegenstück: Command = du rufst auf, Skill = Claude wendet selbst an
  • Debugging: Pfad und SKILL.md-Dateinamen prüfen, Frontmatter checken, description schärfen
  • Kombination: Skills + Hilfsdateien + MCP = Superkräfte

Weiter geht es mit Modul 5, wo wir Content-Pläne mit Exa MCP erstellen.

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